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  • #25569
    skyways
    Teilnehmer

    Hatte vor rund 8 Jahren eine Lösemittelvergiftung durch Wohnen in einem verseuchten Haus. Dort begannen MCS-Symptome.
    Nach vielen nicht weiterführenden Arztbesuchen beschloss ich weiterzuleben nach dem Motto “was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß” und mit den vom HNO empfohlenen Antihistaminen.

    Eine fatale Fehlentscheidung. Mein Immunsystem hat nachgegeben und vor allem hat meine Sensitivität gegenüber Chemikalien extrem zugenommen. (An Weihnachten bin ich wieder mal von einem neuen Gegenstand – einem kleinen Lego-Spielzeug meines Sohnes eingeschlafen, auf Parfüm reagiere ich mit Konzentrationsstörungen, …). Entziehe ich mich nicht der Exposition werde ich übelst krank.

    Das erkannt, habe ich mein Leben geändert: ich habe meine Firma verkauft, meine Wohnung ökologisch ausgebaut, sauniere, treibe moderat Sport, esse überwiegend Rohkost, verzichte auf Zucker, entziehe mich umfangreich der Chemikalien-Exposition.

    Unter diesen Umständen fühle ich mich praktisch gesund. Sobald aber eine Chemikalie ein mein Leben tritt (ein parfümierter Postbote) reagiere ich.

    Nach umfangreicher Lektüre wurde mir nun klar, dass der Lösemittelvergiftung eine Quecksilbervergiftung durch die 12-13 Amalgamplomben vorausging, die ich im Lauf meines Lebens hatte (darauf deuten auch die Entfernung der Polypen, Mandeln, des Blinddarms, ein Pfeifersches Drüsenfieber usw. hin).

    Nun wird DMPS als moderates Mittel beschrieben, um massive Belastungen auszuleiten. Ich meine mich aber zu erinnern, dass eine Chelatausleitung nach Amalgamfüllungen und Goldinlays (kamen leider danach) sowie einer Lösemittelvergiftung kontraindiziert sind. Ich kann mich nur nicht mehr erinnern, wo ich das gelesen habe (Daunderer?).

    Wie sehen Sie das? Kann ich mit einem Chelatbildner ausleiten? Oder sehen Sie das bei meiner Vorgeschichte und MCS-Erkrankung kritisch?
    Meine Sorge ist natürlich, dass ich auch auf diese Chemikalie reagiere.

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!

    #37112
    dg
    Verwalter

    Hallo,

    die genauen Ursachen eine MCS sind nicht bekannt. Ich denke, dass wir schon von Giften als Ursachen ausgehen können, aber immer nur aufs Amalgam zu hauen ist, sicher ganz falsch. Die Lösemittel alleine könnten auch zur MCS geführt haben.

    DMPS halte ich für zu stark und auch nicht für zielgerichtet. Mein Rat wäre:
    Zuerst ein Mobilisationstest zu den Schwermetallen, damit Sie wissen, ob Sie überhaupt entgiften müssen. Sonst werfen Sie villeicht 1000ende von Euro aus dem Fenster….

    Außerdem ist nach meiner Erfahrung zuerst eine Remineraliesierung erforderlich und dann eine Entgiftung möglich. Sonst kann es genau zu dem kommen, was Sie gelesen haben. Ihr Beschwerden werden schlimmer und nicht besser.

    In Kürze werden Sie auch bei uns einen guten Schwermetalltest finden.

    Erst die diagnose, dann die Therapie. Stimmen Sie hier überein?

    Dominik Golenhofen

    #37157
    skyways
    Teilnehmer

    Selbstverständlich und unbedingt erst die Diagnose und dann die Therapie.

    Die Frage ist ja nur, wie eine Diagnose erfolgen kann.

    Wie Sie da einen guten Schwermetalltest anbieten wollen, bin ich gespannt.
    Zumal die Literatur (Drasch G et al., Duhr EF et al., Holmes AS et al., Hargreaves RJ et al., usw.) ja eindeutig belegt, dass Blut- und Urinwerte – auch nach Provokation – in keinem Zusammenhang zur Belastung in Zellen und Organen steht.

    Das Einzige, das man nach positivem Provokationstest sagen kann: ja, da sind Schwermetalle vorhanden, aber in welchem Umfang ist unbekannt.

    Nach negativem Test würde das heißen: Schwermetalle können dennoch in erheblichem Umfang vorhanden sein.

    Auch eine Wiederholung der Provokationstests – egal welcher Art – erhöht dabei angeblich nur bedingt die Aussagefähigkeit des Ergebnisses.

    Ich bin stark irritiert über Ihre Aussage.

    Nein, aus meiner Sicht ist das Zuverlässigste wohl leider immer noch die genaue Auswertung der Historie der Beschwerden und Vorgänge des Betroffenen.

    In meiner Historie sprechen, das haben Sie vielleicht überlesen, die Entfernung von Polypen, Mandeln und Blinddarm in zeitlichem Zusammenhang mit dem Einbau von 12 Amalgam-Füllungen, Gürtelrose u.a. durchaus für diese These.

    Allein die Anzahl ist bei einem lymphatischen Typ fast schon ein Hinweis…

    #37196
    dg
    Verwalter

    Hallo,

    die von Ihnen zitiere Literatur halte ich für sehr einseitig. Ich bin mit meiner Erfahrung so weit, dass ich ganz sicher bin, dass der Urin nach der Provokation sehr gut die Belastung im Körper und in den Zellen wiederspiegelt. Da es aber auch weiter Faktoren zur Gesundheit gibt, wirken sich eben Belastungen nicht bei jedem menschen gleich aus. Aus diesem Grunde gibt es eben immer wieder Menschen, die trotz hoher Belastungen noch keine Symptome haben. Für mich ist dies aber kein Widerspruch. Mit solchen Erkenntnissen hat nur die Schulmedizin Probleme, weil dort immer ein ausschließlicher und linearer Zusammenhang gesucht wird.

    Ihr Schlußfolgerungen sind einfach falsch. Ich begleite jedes Jahr 50-100 Patienten über Monate bis Jahre bei einer Schwermetallausleitung und ich kann Ihnen sagen, dass sich dies wunderbar verfolgenlässt.

    Die häufigsten Fehler sind: Fehlende Entsäuerung, fehlende Darmsanierung, fehlende Remineralisierung, falsche Chelate (die nicht die richtigen Schwermetalle binden) und schlechte Labore. Leider kenne ich einige ganz tolle Therapeuten, die mit sehr renomierten Labors zusammenarbeiten und trotzdem manchen die Labor unsaubere Ergebnisse. Wenn man natürlich falsche Laborergebnisse hat, dann kann man darauf keine Therapiekontrolle aufbauen. Da ich nicht verklagt werden will usw. werde ich diese Dinge schön für mich behalten.

    Das eine Anamnese und das Gespräch nicht zu ersetzen sind und auch für mich in der Praxis die Grundlage darstelle ist doch klar. ich würde sonst nicht mit JEDEM Patienten bei ersten Besuch 90 min. zusammensitzen. Manche halten dies für Zeitverschwendung, für mich ist das der Ausgangspunkt. Auch bei den weiteren Besuchen spreche ich oft 45-60 min. mit dem Patienten.

    12 Amalgamfüllung sind viel, wobei die Hauptbelastung nicht bei Einbau kommt. Aber das wissen Sie sicher, so wie Sie sich schon belesen haben.

    Ich habe mich vom DMPS abgewendet, weil es eben gerade weiter Mineralien raubt. Ich setze auf natürliche Chelate wie kolloidale Mineralien, (entfernt), Bärlauch, … und dann kombinere ich EDTA und DMSA in ganz kleinen Mengen, wobei ich z.B. bei EDTA kein gewöhnliches Na Edta nehme, sondern immer das schon mit Calciumgesätigte CaNaEDTA, sodass ich eben keine Mineralien entziehe. Ich hebe bisher bei jeden Patienten eine Entgiftung erreichen können, denn es ist nur eine Frage der Zeit. Je höher die Belastung, um so länger dauert es. Da ich immer den Körper mehr aufbaue als entgifte, habe ich noch nie aber wirklich nie eine Verschlechterung oder ähnliches erlebt. Auch bei MCS nicht.

    Achtung: Bei der Entferung von Plomben habe ich schon schlimme Reaktionen erlebt und hier liegt die Gefahr. Wer krank ist und sich noch Plomben entfernen muss, der hat leider ein Problem. Sie haben dies ja schon hinter sich, wenn ich Sie verstanden habe. Somit haben Sie die Talsohle schon durchschritten.

    Alles Gute

    Dominik Golenhofen

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