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  • #24080
    chrissi76
    Teilnehmer

    Sehr geehrter Herr Golenhofen,

    erst einmal frohes neues Jahr!
    Ich verfolge seit Längerer Zeit mit großem Interesse die Agenki Seite und freue mich sehr, mit welcher Hingabe Sie das Forum betreuen. Vielen Dank dafür!

    Vielleicht können Sie mir ja auch bei meinem „Krankheits-Roman“ helfen?

    Ich bin seit ungefähr 5 Monaten dauerkrank.
    Angefangen hat die Misere mit einer schmerzhaften Wurzelentzündung meines letzten linken Backenzahns, der seit dem leider vergeblich versucht wurde abzutöten. Dann bekam ich einen grippalen Infekt nach dem anderen. Ich hatte fast einen Monat lang eine Bronchitis, dann folgten leichte Durchfälle und eine sehr schmerzhafte Fissur am Enddarm, die leider immer noch besteht. Nach der Bronchitis konnte ich mich kaum noch bewegen wegen eines BWS Syndroms, die linke obere Körperhälfte betreffend. Dies wurde durch manuelle Therapie deutlich besser. Bei der Manuellen Therapie wurde rausgefunden, dass mehrere Blockaden bei mir vorliegen, eine vermutlich hervorgerufen durch meine Niere. Die Therapeutin untersuchte daraufhin die rechte Niere, was vor Schmerzen kaum auszuhalten war. Meine Ärztin, die zwar Schulmedizinerin ist, mich aber weitestgehend ganzeheitlich behandelt, führte daraufhin ein Ultraschall der Niere durch, konnte aber keine Auffälligkeiten, außer sehr viel Luft im Darm, entdecken.
    Ich muss dazu sagen, dass ich vor ca. 5 Jahren fast 3 Wochen mit einer Nierenenzündung im Krankenhaus lag und ich große Angst habe, dass mit der Niere noch mal was Ernstes sein könnte. Der Oberbauch soll deswegen nun mittels MRT noch mal durchgecheckt werden.

    Mitte Dezember wurde meine Wurzelentzündung schier unerträglich. Weil aus beruflichen Gründen zu der Zeit der Zahn nicht gezogen werden konnte, ließ ich mich, auch wegen der Feiertage, doch noch mal zu einem Antibiotikum überreden. Mein Körper reagiert nur noch schlecht, bzw. gar nicht auf Anitbiotika, weil ich damit schon zu oft behandelt wurde.

    Ich habe daraufhin über 2 Wochen ca. 1 Stunde nach wirklich jeder Mahlzeit extrem starke wässerige Durchfälle bekommen, gepaart mit starken Magen und Darmschmerzen. Mein Körper konnte nichts bei sich halten. Das Antibiotikum wurde deswegen nach ca. 1 Woche wieder abgesetzt und der Wurzelschmerz kam wieder. Der Zahn wird nun gezogen. Ich habe versucht die Darmflora mit Trockenhefe und Darmbakterien wieder aufzubauen, was aber nicht wirklich was genützt hat. Ich jetzt an die 3 Kilo abgenommen und zum ersten Mal seit 2 Tagen bestehen keine Durchfälle mehr.

    Was kann die Ursache für alle diese meinem Gefühl nach verketteten Erkrankungen sein? Ich habe Angst, dass immer mehr dazu kommt, denn ich habe so eine körperliche Reaktion mit erschreckendem Ausmaß schon mal mit anfang 20 erlebt (mit Herzkatheder Untersuchung!!!, Magen-Darm Spiegelung etc.). Die Schulmediziner meinten damals zu mir, dass mein Körper letztendlich nur Symptome produzieren würde, ohne Ursache (bzw. vielleicht seelischer Natur). Naja… 🙄

    Noch ein paar Infos zu meiner Person: Ich bin 31 Jahre alt, ernähre mich sehr gesund, bin Vegetarierin und verzichte weitestgehend auf Zucker, Weißmehl und Milchprodukte. Bin zwar von der körperlichen gesundheitlichen Konstitution her eher sensibel, habe aber keine psychischen Probleme.

    Ich würde mich über ein paar Tipps von Ihnen sehr freuen!
    Vielleicht hat ja auch schon jemand anderes so etwas erfolgreich in Angriff nehmen können und mag mir davon berichten?
    Ich bin mit meinem Latein am Ende…

    Vielen Dank im Voraus!

    Viele Grüße,
    Chrissi76

    #28847
    dg
    Verwalter

    Sehr geehrte Chrissi!

    Auch ich finde es sehr erschreckend, wie groß die Anzahl junger Menschen ist, die schon so viele gesundheitliche Probleme haben. Und in der Regel ist es wie bei Ihnen, dass alle Befunde nichts zeigen. Der Laie wundert sich oft und fragt sich wie kann denn dies sein, wo wir doch so tolle Maschinen haben, die alles zeigen.

    Ich sage meinen Patienten immer, sie sollen froh sein, dass es noch keine chemisch sichtbaren Gewebsveränderungen gibt, d.h. die Krankheit steht noch am Anfang. Das große Problem unserer Zeit ist, dass durch falsche Behandlungen immer nur gegen den Körper gearbeitet wird. Immer wird alles nur abgetötet (Antibiotika, Antihisatminika, Anti…). Die Folge:

    Ein verändertes Milieu in dem Pilze wachsen und Bakterien zu chronischen Infektionen tendieren, die der Körper ohne Hilfe nicht mehr beseitigen kann. Unsere Problemorgane sind heute der Darm und das Bindegewebe. Alle Krankheitsursachen die wir heute in der alternativen Medizin finden, werden klasisch nicht anwerkannt (Candidapilze, Übersäuerung,…).

    Wir sind alle total unterversorgt, obwohl meistens sogar zu dick!

    Was kann ich Ihnen nun raten?:

    1. Nehmen Sie Ihre Gesundheit selber in die Hand und gehen Sie dies wie ein Projekt an. Rechnen Sie mit 1-2 Jahren und konzentrieren sich auf das Wesentliche!
    2. Entfernen Sie alle toten Zähne! Wenn Sie viel Amalgam haben, sollten Sie auch dies langsam entfernen (Aber erst sollte es Ihnen gut gehen).
    3. Ihre Ernährung find ich schlecht! JA, jetzt sind Sie vermutlich erschrocken, aber vegetarisch und ohne Milchprodukte ist sehr ungesund bzw. extrem schwierig gesund zu gestalten.
    Meine Frage: Muß diese Ernährung so sein???
    4. Machen Sie eine ausgibige Darmsanierung/Darmreinigung/Darmaufbau. Dies sollten Sie mindestens 6 MOnate lang machen und nicht nur bis zum “Normalen Stuhlgang”.
    5. Remineralisieren Sie Ihren Körper!

    Wichtig ist es erstmal die Wende zu schaffen, dass es wieder aufwärts geht. Dann muß man nur noch Disziplin bewahren und durchhalten.

    Wir können dies hier gerne ausdiskutieren…

    Dominik Golenhofen

    #28853
    chrissi76
    Teilnehmer

    Erst einmal vielen lieben Dank für Ihre ausführliche Anwort und das Angebot, das Thema hier auszudiskutieren!

    Ich bin mir vollkommen bewusst darüber, dass der Grad meiner Gesundheit in meinen Händen liegt und deswegen deswegen bin ich auch bereit viel und intensiv an meiner Gesundheit zu arbeiten.

    Vielleicht erst mal zum Thema Ernährung:
    Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass falsche Ernährung einer der Hauptgründe für die meisten Krankheiten ist. Deswegen beschäftige ich mich seit längerer Zeit sehr intensiv mit genau diesem Thema. Ich habe schon ein kleine Bibliothek vorliegen mit den verschiedensten Ansätzen zur gesunden Ernährung. Für mich war die Essenz aus fast all diesen Büchern dass ich mich ausgewogen ernähren sollte mit viel Obst und Gemüse, wenig Weißmehl und Zucker, wenig oder kein Fleisch und auf Industrieprodukte sollte sowieso möglichst ganz verzichtet werden. Ich kaufe deshalb mittlerweile fast alle meine Lebensmittel im Bioladen. Milch vetrage ich nicht gut (Durchfälle) und ich muss sagen nach dem von Ihnen empfohlenen Buch “Der Murks mit der Milch” ist mir auch die Lust auf die meisten anderen Milchprodukte komplett vergangen.
    Meine Ärztin hat mir auch immer wieder geraten auf Milchprodukte (bis auf Butter) zu verzichten.
    Fleisch esse ich nicht, kurz gesagt, weil ich es aus ethischen Gründen nicht vertreten kann, dafür esse ich aber viel Soja und Getreideprodukte. Meine Mahlzeiten bestehen also haupstächlich aus Gemüse und Getreide. Manchmal gibt es naürlich aus kleine “Ausrutscher”, aber ich denke, dogmatisch sollte man ja auch nicht an die Sache gehen, oder!?
    Ich habe jedenfalls mit dieser Ernährungsweise auch schon einige Krankheiten die ich hatte (z.B. Neurodermitis) gut in den Griff bekommen.

    Sie schreiben mir nun, dass ich mich schlecht ernähre, was mich natürlich sehr verwundert und verunsichert.
    Wie sieht denn Ihrer Meinung nach “richtige Ernährung” aus? Gibt es keine wirklich gesunde vegetarische Ernährung und gibt es vielleicht so etwas wie eine “Ernährungs Bibel”?

    Mein größtes Problem ist mittlerweile, dass jeder etwas anderes sagt und rät und ich, obwohl ich es richtig machen möchte, einfach total verunsichert, ratlos und vorallem trotzdem krank zurück bleibe.

    Zu den anderen Punkten: Ich habe kein Amalgam mehr und der einzig tote Zahn wird in Kürze entfernt. Womit remineralisiere ich meine Körper am besten? Haben Sie eine Empfehlung?

    Viele Grüße,
    Chrissi

    #28864
    dg
    Verwalter

    Sehr geehrte Chrissi,

    Ihre Zahnsituation ist ja schon mal sehr positiv, so dass wir uns wirklich auf die Ernährung konzentrieren können.

    Ich denke eine Ernährung muß individuell abgestimmt werden und es ist sicher für einen “Kranken” etwas anderes gut, als für einen “Gesunden”. Meine Erfahrung ist, dass es Verdauungskünstler gibt, die gesund sind, und nur von Rohkost und Körnern super leben können. Diese Menschen schreiben dann Bücher und glauben, dass alle so essen könnten. Ich kann Ihnen sagen, dass dies für meine “Darmpatienten” nicht gilt!!!

    Sie sind für mich Darmkrank! (Meine Annahme)

    Eine gute Ernährung bedeutet: Alle Aminosäuren (Eiweiß), alle Fettsäueren, alle Vitamine, Mineralien sekundäre Pflanzenstoffe usw….

    Vollkorn ist schlimmer als Weißmehl (für Darmkranke)!

    Ich kann Ihnen Raten:
    Essen Sie regelmäßig am besten 3 Mahlzeiten evtl. auch 4-5 möglich.
    Jede Mahlzeit sollte alles enthalten, also Eiweiß, Fett, …
    Sie bekommen zu wenig Eiweiß. Nur Soja ist zu wenig und Soja sollte man auch nicht im Übermaß essen.
    Sie essen aber zu viel Obst und Getreide (Vollwertig). Könnten Sie sich übergangsweise eine Zeit ohne Obst und Getreide vorstellen???

    Dominik Golenhofen

    #28871
    chrissi76
    Teilnehmer

    Hallo Herr Golenhofen,

    stimmt, ich gehöre definitiv nicht in die Gruppe der Verdauungskünstler! 🙂
    Ich verdaue i.d.R. sehr langsam und obwohl ich nicht viel esse, tendiere ich eher dazu zuzunehmen als andere. Ich habe aber trotzdem kein Übergewicht.

    Mein Verdauung hat sich zwischenzeitlich übrigens endlich wieder normalisiert. Ich achte zur Zeit noch mal ganz verstärkt darauf, leichte Mahlzeiten zu mir zu nehmen und vorallem auf null Zucker in der Nahrung. Außerdem nehme täglich Effektive Mikroorganismen zu mir und ich habe das Gefühl, das mir das sehr gut tut.

    Zu Ihrem Ernährungsvorschlag:
    Auf Obst könnte ich auf jeden Fall verzichten, aber das Weglassen von Getreideprodukte wie Brot, Reis, Nudeln etc. stelle ich mir als Vegetarier schon schwer vor. Eier esse ich und ich könnte mir auch vorstellen, ab und zu etwas Fisch zu essen. Soll ich denn wieder ganz normal Kuhmilchprodukte zu mir nehmen? Butter esse ich täglich ohne Probleme, aber Kuhmilch verursacht bei mir wirklich fast unmittelbar nach dem Verzehr Magenunwohlsein bzw. Durchfall. Sind Ziegen- bzw. Büffelmilchprodukte besser?

    Haben Sie eventuell eine (Koch-)Buchempfehlung für mich, wo genau auf die von Ihnen geschilderte Ernährung eingegangen wird?

    In Sachen Darmsanierung: Ich habe gerade ein Einlaufgerät besorgt und wollte testen, wie ich auf Basische Einläufe reagiere. Soll ich das so kurz nach der langen Zeit mit Durchfällen überhaupt schon versuchen oder geht es erst mal weiter darum, meinen Magen-Darm Trakt zu normalisieren?

    Vielen Dank!
    Chrissi

    #28876
    dg
    Verwalter

    Hallo!

    Ja, da haben Sie recht, dass die Vegetarier Probleme haben. Leider zeigen ja auch die Statistiken, dass Vegetarier ungesünder sind. Da Sie Eier und Fisch essen, sollte es kein Problem sein.

    So wie Sie die Sache schildern lieber keine Milchprodukte.

    Bei Einerpilzdiät solllte man bei jeder Mahlzeit Eiweiß mit Öl und Gemüse kombinieren.

    Als Eiweiß bleiben für Sie: Ei, Fisch, Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen,Soja…), Pilze (Champions, Steinpilze, Pfifferlinge…), Sproßen
    (sonst auch Fleisch und Milchprodukte – aber nicht für Sie)

    Leider gibt es kein Kochbuch. Vielleicht werden Sie später eins schreiben???

    Beginnen Sie ruhig mit den Einläufen. Dies wird auf lange Sicht nur helfen.

    Dominik Golenhofen

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