1870 entdeckte der Apotheker Carl Wilhelm Scheele die Milchsäure, deren Struktur drei Jahre später von Johannes Wislicenus aufgeklärt wurde. In der Lebensmittelindustrie wird sie noch heute als Konservierungsmittel verwendet, denn sie hemmt das Wachstum anaerober Bakterien.

Irrtum am Beispiel Milchsäuren
Basen sind gut, Säuren sind schlecht

Die Basen sind bekannt, man kennt diese von basischer Ernährung, Nahrungsergänzung, Basenbäder, pH-Wertmessung, etc.

Ob basisch oder sauer, kann man nicht schmecken. Die Zitrone schmeckt sauer, wird aber basisch verstoffwechselt, d.h. nach dem Verstoffwechseln entstehen mehr Basen als Säuren. Das Gleiche gilt für das Sauerkraut bzw. bei fermentierten Produkten. Sie schmecken sauer, aber diese Säure hat nichts mit den so gefürchteten negativen Säuren zu tun, die wir bei den Entsäuerungskuren vermeiden sollten. Im Gegenteil, organische Säuren sind wichtig für die Ansiedelung guter Darmbakterien, für unsere Verdauung und sie bilden einen natürlichen Schutz gegen Pilze, Bakterien und Viren. Ein Beispiel ist die Milchsäure, die schon seit Jahrzehnten Einzug in die ganzheitliche Gesundheitsprävention gehalten hat.

“Basisch ist gut und sauer ist schlecht” ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Ursache ist mitunter die Umgangssprache, die hier nicht entsprechend differenziert. Organischen Säuren sind wichtig, denn gerade sie können die Barriere zwischen Gewebe und Zelle aufbrechen und so eine Entsäuerung aktivieren bzw. beschleunigen.

Die gesunden Körperzellen werden zu basisch und die Pilze wachsen. Achtung: Das direkte umliegende Gewebe ist aber zu sauer. Somit ist das Gewebe und das arterielle Blut zu sauer, die Zellen selber und das venöse Blut zu basisch. Dies ist aber in der Umgangssprache oft anders ausgedrückt, denn man fasst diesen Bereich der Säure mit den Zellen zusammen und spricht dann auch von intrazellulärer Übersäuerung. Damit will man sagen, dass es einen kapselartigen getrennten Bereich gibt, der aufgesprengt werden muss. Dies hat sich heute soweit in der Literatur durchgesetzt, dass ich dies auch so “falsch” in meinen Anwendungen schreibe. Für den Laien ist es auch egal, ob die Säure aus den Zellen kommt oder aus der Umgebung, wichtig ist zu verstehen, dass man eine Barriere aufbricht und es zu einem Säureschub kommt, wie wir dies z.B. bei der Einnahme von kolloidalen Mineralien kennen.

Dominik Golenhofen

Der Begriff Milchsäure ist irreführend

Milchsäure hat nichts mit Milch zu tun und ist auch bei einer Laktoseintoleranz oder Milchallergie unbedenklich. Milchsäure entsteht bei der Fermentierung von Zucker und stärkehaltigen Lebensmitteln, bei der Kohlenhydrate von Bakterien zu organischen Säuren abgebaut werden. Diese Säuren sind ein wichtiger Baustein eines gesunden Darmes.

Milchsäurebakterien halten ein saures Milieu, wie es z.B. im Dünndarm wünschenswert ist (optimal unter pH 5,4). Je höher der pH-Wert im Darm, desto mehr Pilze können sich im Darm breit machen. Auch unerwünschten Bakterien und Viren schaffen Sie einen Lebensraum.

Bei der Fermentation werden die stärkehaltigen Lebensmittel zu Milchsäure und somit zu gesunden organischen Säuren abgebaut bzw. umgewandelt. Bei einem gestörten Darm machen gerade diese stärkehaltigen Lebensmittel große Probleme und führen zur Übersäuerung des Darmes. Sie schaffen ein ungünstiges Darmmilieu mit viel zu hohem pH-Wert – dem Lebensraum der schlechten Bakterien, Viren und Pilze.

Milchsäurebakterien produzieren organische Säuren

Milchsäurebakterien produzieren organische Säuren, hauptsächlich indem sie Zucker in organische Säuren (vor allem in Milchsäure) verstoffwechseln und so zu einem ausbalancierten Darmmilieu beitragen. Sie senken den pH-Wert und fördern so die Aktivität und Ansiedelung der guten Darmbakterien. Im Gegenzug erschweren sie anderen Mikroorganismen wie Pilzen, Bakterien und Viren die Ansiedelung und schwächen diese in Ihrer Aktivität. So wird das Immunsystem aktiv entlastet.

PH-Werte im Darm: Im Enddarm herrscht beim gesunden Menschen der basischste pH-Wert von ca. 6,5 pH, im Magen 1-3 pH, im Dünndarm 3-5,5 pH und im Dickdarm 5,5-6,5 pH.

Beispiel: Candida kann bei einem pH-Wert von 6,5 bereits leben, weshalb auch der gesunde Mensch immer Pilze im Enddarm hat.

Fehlen nun Milchsäurebakterien, so gibt es weniger Säure und der pH-Wert steigt an. Die Pilze machen sich breit und wandern vom Dickdarm in den Dünndarm, wo sie das Immunsystem und die Verdauung schwächen.

Milchsäure in der Gesundheitsprävention

Die Milieusanierung mit Milchsäure ist seit vielen Jahrzehnten ein erfolgreiches und beliebtes Konzept in der ganzheitlichen Gesundheitsprävention.

Schon 1924 konnte Nobelpreisträger Otto Warburg nachweisen, dass Krebszellen zur Energiegewinnung Glukose überwiegend anaerob unter der Produktion linksdrehender Milchsäure vergären.

Auch in der biologischen Krebsmedizin findet die Milchsäure Anwendung: Bei Dr. med. Waltraut Fryda, ehemals Oberärztin der Ringberg-Klinik in Tegernsee, hatte die Milchsäureregulation einen hohen Stellenwert in ihrem Therapieansatz bei Krebs.

Interessantes aus dem Netz zum Thema Milchsäure und Corona Viren

Das Milieu macht’s: Coronaviren mögen es nicht basisch. Wissenschaft weist den Einfluss des pH-Werts auf die Virenaktivität nach.

Gibt es einen Schutzmechanismus gegen Infektionsrisiken? Hoffnung kommt aus dem Bereich der Ernährungswissenschaft. Prof. Jürgen Vormann vom IPEV (Institut für Prävention und Ernährung) hat den Einfluss des sauren pH-Werts auf die Immunreaktion aus wissenschaftlicher Sicht untersucht.
Prof. Vormann: “Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine Azidose, also eine sehr hohe Säurebelastung, eine Corona-Infektion gleich zweifach begünstigt. Zum einen über die unmittelbare Belastung des Immunsystems, zum anderen, weil der saure pH-Wert in den Zellen die Virenvermehrung fördert. Hier können wir sofort ansetzen.”

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/143476/4609518

Gesunde Mitarbeiter dank Milchsäurebakterien

Bei täglicher Aufnahme von Probiotika werden Fabrikarbeiter seltener krank. Das ergab eine schwedische Studie im Auftrag der Firma Tetra Pak an 181 zufällig ausgewählten Angestellten. Diese hatten knapp drei Monate lang jeden Tag ein Getränk entweder mit oder ohne eine Dosis probiotischer Bakterien zu sich genommen. Die Arbeiter ohne Probiotika meldeten sich in dieser Zeit 2,5-mal häufiger kurzzeitig krank als jene Probanden, die das Probiotikum einnahmen.

Quelle: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/gesunde-mitarbeiter-dank-milchsaeurebakterien/

Wie nehmen Sie mehr Milchsäurebakterien zu sich?

Essen Sie täglich fermentierte Produkte, wie Sauerkraut oder Kimchi. Wir empfehlen täglich 100 g Sauerkraut, am besten mit Pfeffer und Zitrone gewürzt.

Rettich- und Wurzel-Kimchi - Rezepte - Agenki

Milchsäurevergorenes selbst herstellen

Sie können Ihre Lebensmittel auch selbst fermentieren. Ein Rezept stellen wir Ihnen hier vor.

Rezept

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